
Amphibienzug betreuen
Jeden Frühling wandern Molche, Kröten und Frösche vom Winterquartier zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie oft Strassen überqueren. Ohne Schutzmassnahmen werden mehrere Hundert Tiere in einer Nacht überfahren. Zahlreiche Freiwillige sind jeweils im Frühling unterwegs, um Frösche und Kröten hinter einem Zaun einzusammeln und über die Strasse zu tragen. Die Wanderungen dauern je nach Art von Mitte Februar bis Ende April.
Amphibien sind wechselwarm, sie passen ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Für Erdkröten sollte es abends bei Einbruch der Dämmerung mindestens 6 Grad warm sein, Frösche mögen es wärmer. Wenn es dazu noch regnet, sind die Wanderbedingungen perfekt. Beim Einbruch der Dämmerung ziehen sie in Scharen los und wandern die ganze Nacht bis zum Morgengrauen. Tagsüber ruhen sie in einem Versteck. Sie wandern über mehrere Tage bis zu 3 km weit zum Tümpel, in dem sie zur Welt kamen. Oft sind sie schon unterwegs zu zweit: Das Weibchen trägt das Männchen huckepack auf dem Rücken mit.
Bereits ab Ende März wandern die ersten Tiere wieder zurück, diesmal einzeln und viel später in der Nacht, am liebsten bei Regenwetter. Als Einzeltiere sind sie weniger gefährdet.
Gegen Ende Juli verlassen die kleinen Frösche und Krötchen das Gewässer und wandern tagsüber zum späteren Sommer- und Winterquartier. Erst mit drei bis vier Jahren machen sie sich als Erwachsene erstmals auf den Weg zu ihrem Laichgewässer, um sich zu paaren und Eier abzulegen.